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Abstandsvorschriften

Abstandsvorschriften

Im Straßenverkehr sollten Sie sowohl zur Seite als auch nach vorne ausreichend Abstand einhalten. Doch was genau schreibt die StVo vor? Wir klären auf.

1. Warum existieren Abstandsregeln?

Ganz einfach! Sicherheitsabstände sind essenziell, wenn es darum geht, Unfälle zu vermeiden und Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten. Schließlich kann es jederzeit dazu kommen, dass ein vorausfahrendes Auto plötzlich bremsen muss. Haben Sie in diesem Fall nicht den entsprechenden Abstand, können Sie noch so schnell reagieren – Ihr Auto wird nicht rechtzeitig zum Stehen kommen. Vermeidbare Auffahrunfälle sind die Folge.

Doch nicht nur nach vorne sind Sicherheitsabstände wichtig, auch zur Seite sollten Sie ausreichend Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern einhalten. Dieser ist insbesondere beim Überholen wichtig. Wird der Abstand hier zu knapp gewählt, kann es schnell gefährlich werden. Deshalb sollten Sie auch hier stets die empfohlenen Abstände einhalten.

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2. Was genau ist der richtige Abstand?

Das lässt sich leider nicht so pauschal sagen, schließlich hängt der Bremsweg und somit auch der einzuhaltende Mindestabstand von mehreren Parametern ab. Deshalb ist auch die Formulierung im Gesetz relativ uneindeutig. In § 4 Abs. 1 StVO heißt es lediglich:

„Der Abstand zu einem vorausfahrenden Fahrzeug muss in der Regel so groß sein, dass auch dann hinter diesem gehalten werden kann, wenn es plötzlich gebremst wird. Wer vorausfährt, darf nicht ohne zwingenden Grund stark bremsen.“

Diese Angaben sind zugegeben nur bedingt hilfreich, weshalb es sich lohnt gewisse Faustformeln zur Hand zu nehmen, mit deren Hilfe man den notwendigen Abstand besser einschätzen kann. Innerorts sollte man sich dabei überlegen, welche Strecke man in einer Sekunde zurücklegt und diese als Abstand zum vorausfahrenden Verkehrsteilnehmer wählen. Bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h sollte der Sicherheitsabstand beispielsweise gut acht Meter betragen, was etwa zwei Fahrzeuglängen entspricht. Außerorts sollte man die Distanz im Verhältnis zur gefahrenen Geschwindigkeit verdoppeln und sich fragen, welche Strecke man in zwei Sekunden zurücklegt. Bei 70 km/h wären dies knapp 40 Meter. Wählen Sie den Sicherheitsabstand dementsprechend. Zur Orientierung: Die Leitpfosten sind in Deutschland stets 50 Meter weit auseinander und können dementsprechend eine gute Hilfe sein.

Ein bisschen klarere Angaben gibt es zu den einzuhaltenden seitlichen Sicherheitsabständen – zumindest du denen, die man zu Fahrradfahrern, Fußgängern und Fahrern von E-Scootern einhalten muss. In § 5 Absatz 4 StVo heißt es dazu:

„Beim Überholen mit Kraftfahrzeugen von zu Fuß Gehenden, Rad Fahrenden und Elektrokleinstfahrzeug Führenden beträgt der ausreichende Seitenabstand innerorts mindestens 1,5 m und außerorts mindestens 2 m. An Kreuzungen und Einmündungen kommt Satz 3 nicht zur Anwendung, sofern Rad Fahrende dort wartende Kraftfahrzeuge […] rechts überholt haben oder neben ihnen zum Stillstand gekommen sind.“

Zwar gibt es keine eindeutigen gesetzlichen Formulierungen zu anderen als den genannten Verkehrsteilnehmern, doch haben sich gewisse Abstände inzwischen als gängig und sinnvoll durchgesetzt. So sollte man zu einspurigen Fahrzeugen wie Motorrädern mindestens 1,5 m Abstand einhalten und zu zweispurigen Fahrzeugen wie Autos mindestens einen Meter. Bei Bussen ist ein etwas größer Abstand von zwei Metern sinnvoll.

PDF Bußgeldkatalog

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3. Welche Konsequenzen drohen bei Verstoß gegen die Abstandregeln?

Zum einen erhöhen Sie durch unzureichende Abstände das Risiko für einen Unfall und gefährden somit sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer. Doch selbst wenn nichts passiert, kann das Nicht-Einhalten von Abstandregeln unschöne Folgen haben. Je nachdem wie schnell Sie gefahren sind und wie knapp der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug gewählt wurde, reichen die Folgen von Bußgeldern über Punkte in Flensburg bis hin zum Fahrverbot. Um dies zu vermeiden, ist es sinnvoll, stets auf den passenden Sicherheitsabstand zu achten.

Leider kann es schnell passieren, dass man einen Moment unaufmerksam ist oder den Abstand doch nicht richtig einschätzt. Ein Bußgelbescheid kann dann die Folge sein. In diesem Fall lohnt es sich, genauer hinzuschauen und zu prüfen, ob ein Einspruch gegen den Bescheid sinnvoll ist. Sollten Sie sich in dieser Situation befinden und eine professionelle Meinung benötigen, können Sie uns gerne unverbindlich kontaktieren. Unser Team aus Fachanwälten prüft, ob ihr Bußgeldbescheid anfechtbar ist und ob sich mögliche Konsequenzen abwenden lassen.

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